Publiziert 30. Nov. 2021, 19:00
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Stadträtin Katrin Cometta strahlt noch immer

«Ein Vertrauensbeweis in unsere Klimapolitik»

Die Winterthurer Stimmbevölkerung hat sich für «Netto-Null bis 2040» entschieden. Das freut insbesondere die zuständige Stadträtin Katrin Cometta. Dass sich Klimastreik und AL aus der Klimaallianz zurückziehen, kam für den Verein wenig überraschend.

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Ramona Kobe
Stadträtin Katrin Cometta: «Das Strahlen ist noch nicht aus meinem Gesicht gewichen.»

Stadträtin Katrin Cometta: «Das Strahlen ist noch nicht aus meinem Gesicht gewichen.»
zvg

Bereits am frühen Sonntagnachmittag, 28. November, zeichnete sich ab, dass es wohl ein klares Resultat zur lokalen Vorlage «Klimaziel netto null Tonnen CO2» geben würde. Kurz vor 17 Uhr war es dann definitiv: Alle sieben Winterthurer Stadtkreise haben die beiden Varianten «Netto-Null bis 2040» und «Netto-Null bis 2050» angenommen. Somit musste die Stichfrage entscheiden. Und auch dort war das Resultat deutlich: 60,4 Prozent der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben sich für die Variante mit dem früheren Datum entschieden.

«Das Strahlen ist noch nicht aus meinem Gesicht gewichen, das klare Signal der Winterthurer Stimmberechtigten freut mich immer noch sehr», sagt die zuständige Stadträtin Katrin Cometta (GLP), die dem Departement für Sicherheit und Umwelt vorsteht, nach der Abstimmung. Die Zustimmung der Winterthurer Stimmbevölkerung zum Ziel netto null 2040 sei wichtig für die gesamte Stadtverwaltung, zumal an der Erreichung des Klimaziels alle Departemente beteiligt seien. Auch über die hohe Stimmbeteiligung freue sich Cometta sehr. «Kombiniert mit der deutlichen Zustimmung von über 60 Prozent erhöht dies die Legitimation des Entscheids. Das verschafft uns Rückenwind bei der Umsetzung und ist auch ein Vertrauensbeweis der Bevölkerung in unsere Klimapolitik.»

Stadt hat nun klaren Auftrag

Die klare Zustimmung zum ehrgeizigeren Klimaziel gebe der Stadt einen klaren Auftrag und die Legitimation, die dazu notwendigen Massnahmen anzugehen. «Wir werden unseren Plan bis 2028 mit den über 50 Klimaschutz-Massnahmen weiter umsetzen», nennt die zuständige Stadträtin die nächsten Schritte. Aktuell forciere die Stadt im Bereich Strom den raschen Ausbau von Photovoltaik-Anlagen auf städtischen Dächern. «Mit der Überarbeitung des Energieplans stellen wir die Weichen für die zukünftige, klimafreundliche Wärmeversorgung von Winterthur.» Gerade in diesem Bereich unterstütze das neue kantonale Energiegesetz die Bemühungen der Stadt. Um eine CO2-neutrale Stadtverwaltung bis 2035 zu erreichen, seien unter anderem Massnahmen bei der Beschaffung und der Mobilität in Bearbeitung. «Es sollen wo möglich keine fossil betriebenen Fahrzeuge mehr angeschafft werden», erklärt Cometta.

Austritt von AL und Klimastreik «wenig überraschend»

Noch bevor alle Stadtkreise ausgezählt waren, teilten Alternative Liste und Klimastreik mit, dass sie sich aus der Klimaallianz zurückziehen würden. Dieser Entscheid kommt für Robin Huber, Co-Kampagnenkoordinator der Klimaallianz, wenig überraschend. Der Klimastreik habe schon zu Beginn der gemeinsamen Kampagnenplanung kommuniziert, dass er sich nach der Abstimmung weiterhin für Klimaneutralität bis 2030 einsetzen werde. «Insofern war ein Austritt aus der Klimaallianz absehbar», sagt Huber auf Anfrage. Den definitiven Entschluss hätten die Aktivisten am Morgen des Abstimmungssonntags «in Form eines freundlichen Austritt-Briefs» mitgeteilt. «Es wurde gegenseitig versichert, weiterhin im Austausch bleiben zu wollen.» Ebenfalls am Sonntagmorgen habe die AL den Austritt bekannt gegeben. Dieser wurde laut des Co-Kampagnenkoordinators intern nicht angekündigt. «Begründet wurde der unangekündigte Austritt damit, dass der Basis-Entscheid gegen den Verbleib in der Klimaallianz sehr kurzfristig ausfiel.»

EVP, SP, GLP und Grüne seien sich einig, den Verein als klimapolitisches Forum weiterzuführen. «Über die weitere Zusammenarbeitsform wird die Klimaallianz im Frühjahr 2022 befinden und kommunizieren», sagt Robin Huber. Man wolle etwa sicherstellen, dass nun die städtischen Massnahmen auch umgesetzt werden, um netto null CO2 bis 2040 zu erreichen. Zudem nennt er die Förderung des Dialogs zwischen Bevölkerung, Wirtschaft und institutioneller Politik in klimapolitischen Fragen als weiteren Schwerpunkt.

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