Publiziert 14. Sep. 2022, 12:33

Stadtrat Stefan Fritschi im Interview

«Rechtskonforme Alternative wäre gar keine Parkplätze»

Das Reitplatz-Fahrverbot macht weiter zu reden. Stadtrat Stefan Fritschi nimmt Stellung.

G
George Stutz
Stadtrat Stefan Fritschi zur brenzligen Situation im Reitplatz.

Stadtrat Stefan Fritschi zur brenzligen Situation im Reitplatz.
zvg

Die Situation im Reitplatz ist schwierig. Das seit Juli geltende, provisorisch für ein Jahr auferlegte Fahrverbot ist das eine Diskussionsthema, die von der Behörde ignorierten Folgen, wie ein nicht beleuchteter Waldweg zu den alternativen Parkplätzen oder eine Signalisation, die nicht genügend auf die weiterhin gültige Zufahrtsberechtigung zum Restaurant das andere. Der zuständige Stadtrat Stefan Fritschi bezieht gegenüber 84XO Stellung.

Können Sie nachvollziehen, dass sich Fans , aber auch Spieler des FC Töss aufregen, weil sie 1) nicht mehr beim Sportplatz parkieren dürfen und 2) der Weg zu den Parkplätzen «ennet» der Töss unbeleuchtet ist und sie diesen per Handylicht suchen müssen?

Stefan Fritschi: Für das Verständnis der Gesamtsituation ist es wichtig zu erkennen, dass das gesamte Areal des Sportplatzes in der Grundwasserschutzzone liegt und von forstrechtlich geschütztem Waldareal umgeben ist. Parkieren in der Grundwasserschutzzone ist nur in beschränktem Ausmass auf speziell abgedichteten Plätzen möglich und auf Waldareal gänzlich verboten. Die gesamte heutige Parkierungssituation ist nicht rechtskonform. Unser Projekt zielt darauf ab, das Areal vom Autoverkehr zu entlasten und eine beschränkte Anzahl grundwasserschutzkonformer und damit legaler Parkierungsmöglichkeiten – zum jetzigen Projektstand rund 35 – zu schaffen.

  1. Ich verstehe, dass eine Änderung der Gewohnheit, dass alle direkt ans Spielfeld zufahren können, im ersten Moment für die betroffenen ärgerlich ist. Die momentane Lösung, eine beschränkte Zahl Parkplätze weiter zu ermöglichen ist aber an der Grenze unseres Ermessensspielraumes. Die rechtskonforme Alternative wäre gar keine Parkplätze.
  2. Wegen der beschränkten Anzahl Parkplätze auf dem Areal müssen sich die Spielenden organisieren. Leider gibt es keine anderen Optionen.

Wird der FC Töss durch die Massnahmen, die grundsätzlich das Reitplatz-Chaos am Wochenende schlichten wollen, nicht etwas gar brüskiert?

Die Situation für den FC Töss wird durch das Vorhaben im Grundsatz verbessert. Zubringerdienst bleibt erlaubt und die Stadt investiert in die Schaffung von Parkplätzen. Grundwasserschutz ist nicht auf das Wochenende beschränkt, deswegen gilt die ganze Woche das gleiche Regime. Und wie bereits ausgeführt, der Verkehr des FC Töss gilt als Zubringerdienst. Zudem stehen die vorhandenen Parkplätze derzeit dem FC Töss sowie den Restaurantbesuchenden -anders als zuvor- exklusiv zur Verfügung.

Ebenfalls immer wieder kritisiert wird, dass die Reitplatzstrasse nicht beleuchtet ist und die fussballspielenden Kinder im Herbst/Winter im Dunkeln durch den Wald radeln müssen, tut sich diesbezüglich etwas und wenn nicht, weshalb nicht?

Aktuell planen und realisieren wir für über 100'000 Franken die maximal 35 Parkplätze beim Reitplatz zu grundwasserschutz-konformen Parkplätzen. Das hat für uns die höhere Priorität als die Beleuchtung.

Dies führt dazu, dass die Eltern (Helikoptereltern) die Kids zum Reitplatz fahren und dann später auch wieder zurück, also mit dem Auto viermal durch den Reitplatzwald fahren, pro Trainingsabend…

Die seitens Stadt favorisierte Lösung ist, dass die Eltern die Kinder via Parkplatz Bannhalde zum Training bringen und über das Chinesenbrüggli allenfalls auch begleiten können.  Dies würde dann zwei Fahrten (resp. vier, soweit die Eltern dem Spiel/Training nicht beiwohnen wollen)  ausserhalb des Waldareals bedeuten. Auf Wunsch des FC Töss gelten auch Elterntaxis ebenfalls als Zubringerdienst. Soweit Parkplätze beim Vereinshaus frei sind können diese durch Eltern aus Sicht der Stadt genutzt werden. Wir können die Ausgangslage betreffend Parkierung auf dem Areal nicht verändern. Noch einmal – die Alternative ohne Investition der Stadt wäre gar keine Parkplätze mehr.

Eine Mutter hat berichtet, dass sie ihren Sohn zum Training fuhr und dann noch etwas dem Training beiwohnen wollte, jedoch mitsamt Auto weggewiesen wurde, wird dies so durchgesetzt?

Dieser Fall ist mir nicht bekannt. Die Durchsetzung des Fahrverbotes bzw. des Parkierungsverbotes obliegt grundsätzlich der Stadtpolizei. Mit Stadtgrün ist abgesprochen dass in der Startphase nicht sofort Bussen verteilt wurden, um Unwissenheit über das neue Verkehrsregime in der Anfangsphase nicht sofort zu bestrafen. Mit Andauern der Massnahmen –und damit zunehmender Bekanntheit- werden Bussen für Falschparkierungen und Missachtung des Fahrverbots konsequent durchgesetzt. Wie oben ausgeführt, steht eine beschränkte Zahl Parkplätze weiterhin zur Verfügung. Falsch abgestellte Fahrzeuge riskieren natürlich eine Busse.

Das könnte Sie auch interessieren