Publiziert 08. Nov. 2022, 11:56
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Beschwerden abgewiesen

Die blaue Zone in der Breite ist Tatsache

Das Verwaltungsgericht hat die Beschwerden gegen die blaue Zone in der Breite abgewiesen. Das Urteil anfechten wollen die Rekurrenten nicht und setzen stattdessen auf den runden Tisch mit der Stadt.

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Ramona Kobe
Erfolglose Beschwerden: Die blaue Zone in der Breite kommt definitiv.

Erfolglose Beschwerden: Die blaue Zone in der Breite kommt definitiv.
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700'000 Franken Kredit hat das Stadtparlament im September 2019 für eine flächendeckende blaue Zone in Winterthur bewilligt. In einer ersten Etappe sollten drei Pilot-Zonen umgesetzt werden: in Oberwinterthur/Zinzikon, Neuwiesen/Blumenau sowie in der Breite. Das passte den Anwohnenden ganz und gar nicht, sodass 142 Personen Rekurs beim Statthalteramt einlegten – allesamt erfolglos. Den Entscheid im Fall der blauen Zone in der Breite haben insgesamt 79 Anwohnende des Vogelsangquartiers und der Möttelistrasse angefochten und an das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich weitergezogen. Dieses hat die Beschwerden abgewiesen – die blauen Zonen in der Breite sind somit Tatsache.

Argumentation nicht nachvollziehbar

Die Rekurrenten des Vogelsangquartiers hatten argumentiert, dass «die Einführung der blauen Zone mit markierten Parkfeldern in Verbindung mit einem Parkverbot ausserhalb der Parkfelder zu einem Netto-Parkplatzabbau von über 50 Prozent führe». Allerdings seien sie auf die bestehenden Parkplätze auf öffentlichem Grund zwingend angewiesen, weil viele Liegenschaften über keine eigenen Parkplätze verfügten und private Parkplätze aus Gründen des Denkmalschutzes im Vogelsang vielerorts nicht realisierbar seien. Darauf ging das Verwaltungsgericht nicht ein, wie es im Urteil schreibt: «Der Wunsch nach einem möglichst grossen Angebot an Parkiermöglichkeiten auf öffentlichem Grund im Umkreis der eigenen Liegenschaft begründet noch keine besondere Betroffenheit durch eine Verkehrsanordnung, welche dieses Angebot reduziert.»

Und auch die Anwohnenden der Möttelistrasse blieben mit ihrer Argumentation erfolglos. Sie befürchteten, dass die Verkehrssicherheit massiv abnehmen werde, «weil die Möttelistrasse ohne parkierte Autos leergeräumt erscheine, übersichtlich sei und zu höheren Geschwindigkeiten verleite». Ein Regime ungeregelten Parkierens beizubehalten, das – wie die Beschwerdeführenden selbst einräumen – die Übersichtlichkeit der Strasse beeinträchtigt, ist für das Gericht «nicht nachvollziehbar».

Beschwerden nicht weiterziehen

Die Rekurse ans Bundesgericht weiterziehen werden die Beschwerdeführer – Olaf Schmelter vom Vogelsangquartier und Georg Filleböck von der Möttelistrasse – aber nicht, wie sie gegenüber dem «Landbote» sagten. Stattdessen hoffe man nun auf den Dialog, den die Stadt den Rekurrenten anbot. Für die Vorbereitung und Organisation des runden Tischs hat sich Anfang Jahr eine Spurgruppe aus Bewohnerinnen und Bewohnern des Quartiers, einer Vertretung des Quartiervereins und der Stadt gebildet.

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