Publiziert 01. März 2022, 13:19

Start-up-News

Winterthurer Start-up bekämpft Spitalinfektionen mit einer neuen UV-Technologie

Das Winterthurer Start-up Aseptuva GmbH beschäftigt sich mit der Frage, wie es Infektionsketten frühzeitig und zuverlässig bekämpfen kann.

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red
Die Co-Founder der Aseptuva GmbH gewannen unter anderem die «Swiss Startup Challenge».

Die Co-Founder der Aseptuva GmbH gewannen unter anderem die «Swiss Startup Challenge».
zvg

Das Winterthurer Start-up Aseptuva GmbH hat seinen Sitz am Technopark Winterthur und beschäftigt sich mit der Frage, wie es Infektionsketten frühzeitig und zuverlässig bekämpfen kann. Dies wird mithilfe von speziellen UV-Strahlen erreicht, die bei Kathetern die Akkumulation von Bakterien verhindern und so den Patienten vor Infektionen schützen.

Innovative Erleuchtung

Anders als bestehende Technologien fokussiert sich «Aseptuva» nicht auf eine spezielle Beschichtung der medizinischen Geräte, sondern mithilfe von UV-Licht auf die komplette Inaktivierung der Keime. Auf diese Weise muss zudem weniger oder gar kein Antibiotika verabreicht werden, wodurch der Problematik der antimikrobiellen Resistenz ebenfalls entgegengewirkt werden kann. Für das Verfahren haben die Jungunternehmer Patente eingereicht, um dadurch einen grossen Fortschritt in der Infektionsbekämpfung im In- und Ausland realisieren zu können.

Von der Idee zum Start-up

Das Team lernte sich 2019 während des «Startup Campus Business Concept»-Kurses kennen. Ein Co-Founder brachte damals die Idee einer neuartigen Desinfektionstechnologie ein, weil er von den erschreckenden Statistiken und Prognosen im Gesundheitswesen erfuhr. Das Risiko einer Spitalinfektion beträgt in der Schweiz 6 Prozent, wobei das Ausland zweistellige Raten aufweisen kann. Gerade in Indien, dem Herkunftsland eines Co-Founders, sind die Zahlen erschreckend hoch. Mit den komplementären Fähigkeiten in Physik, Biomechanik und Finance gewann das Team schlussendlich den Kurs. Nachdem mehrere Ärzte aus Schweizer Intensivstationen das Potential von «Aseptuva» bestätigt haben, entschieden sich die Gründer, das Projekt professionell fortzusetzen.

Henry Twerenbold, Co-Founder & CEO Aseptuva GmbH

«Beim Technopark Winterthur profitieren wir auch vom Runway Incubator Programm der ZHAW»

Spätere Vereinbarungen mit potentiellen Kunden und verschiedene Gewinne von Wettbewerben bestätigten die Entscheidung als richtigen Entschluss. Unteranderem ergatterten die Jungunternehmer den ersten Platz bei der «Swiss Startup Challenge» aus über 170 Bewerbungen. Zurzeit befindet sich das Start-up im Abschluss der ersten Finanzierungsrunde inklusive des Transfers von der GmbH zur AG und arbeitet zeitgleich daran, das Team mit weiteren Experten aus der Infektiologie und Medtech-Branche zu vergrössern.

Der herausfordernde Weg zum Ziel

Bis die Technologie genutzt werden kann, müssen noch verschiedene Studiengänge durchgeführt werden. Diese herausfordernden Prozessschritte sind die Mühe wert. Denn mithilfe der Forschung und Produktentwicklung von «Aseptuva» könnten Spitäler ihre Kosten um ein Mehrfaches reduzieren, den Gesundheitszustand ihrer Patienten durch kürzere Aufenthalte auf den Intensivstationen markant verbessern und das medizinische Personal mit einer robusten und automatisierten Technologie unterstützen. Das grösste Ziel bestehe darin, Menschenleben zu retten und in der Zukunft eine Lösung gegen antibiotikaresistente Bakterien vorzuweisen. «Wir sind sehr zuversichtlich, dass alles gut läuft. Denn die Schweiz bietet einen hervorragenden Boden für wissenschaftsbasierte Start-ups», freuen sich die Jungunternehmer.

Autorin: Christina Haag

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