Publiziert 03. Mai 2022, 13:45

Gemäss einer Umfrage im Technopark Winterthur ist 2022 fast ein Drittel der Start-ups auf der Suche nach Kapital.

Start-ups brauchen: einen Ort, ein Netzwerk, eine Finanzierung

Netzwerke wie Swiss ICT Investor Club (SICTIC, www.sictic.ch) unterstützen Start-ups bei der Suche nach Business Angels.

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red
Ein Start-up-Gründer stellt sein Unternehmen interessierten Business Angels vor (Technopark, 5. April 2022).

Ein Start-up-Gründer stellt sein Unternehmen interessierten Business Angels vor (Technopark, 5. April 2022).
zvg

Gemäss einer Umfrage unter den Mieterfirmen im Technopark Winterthur ist 2022 fast ein Drittel der Start-ups auf der Suche nach Kapital. Sie bei dieser Suche zu unterstützen, fördert auch den Wirtschaftsstandort Winterthur.

Vielseitige Finanzierungsformen

Der Technopark Winterthur fördert seine Start-ups unter anderem durch ein individuelles Coaching-Angebot, das sich Finanzierungsfragen widmet. Denn das Thema ist in den letzten Jahren zunehmend komplexer geworden. Zudem fürchten Gründer oft, von Kapitalgebern zu abhängig zu werden. Deshalb gibt es auch laufend Vorträge und Workshops, nicht nur im Technopark, sondern beispielsweise auch im Home of Innovation, zu verschiedensten Themen rund um die Finanzierung. So etwa zu Crowdfunding (engl. «funding») durch eine Menge (engl. «crowd») von Internetnutzern, wobei dazu über persönliche Homepages, professionelle Websites und spezielle Plattformen aufgerufen wird. Oder über «Tokens» (über Blockchain-Technologie abgesicherte Vermögensanteile). Oder auch zu «sweat equity»: Dabei arbeitet ein Unternehmen für ein Start-up, ohne Rechnung zu stellen, sondern indem es dafür Firmenanteile («equity») erhält.
Die üblichste Form der Kapitalbeschaffung bleibt die klassische Kapitalerhöhung durch Einzahlung von Aktienkapital durch Investoren. Aber auch hier gibt es verschiedene Fallstricke in den vertraglichen Details. Verschiedene Dienstleister (teils renommierte Kanzleien, aber auch Start-ups mit innovativen Ansätzen) helfen den kapitalsuchenden Start-ups durch den Dschungel.

Helfen, Vertrauen aufzubauen

Bei Investitionssummen von 200’000 bis 2’000’000 Franken sind es meist «Business Angels», die investieren. Dieses «seed money» ist meist die erstmalige Investition von externen Kapitalgebern in ein Start-up-Unternehmen. Für Start-ups ein ganz wichtiger Schritt: Erstmals wird ihr Unternehmen von aussen bewertet, und erstmals steigen fremde Personen mit Geld und somit auch mit Einfluss ein. Gegenseitiges Vertrauen und Wertschätzung, aber auch Professionalität bei der Abwicklung des für Start-ups neuen und ungewohnten Schrittes, sind deshalb elementar.
Für «Business Angels» ist ein Investment mit hohem Risiko verbunden. Sie tauschen sich deshalb oft in Clubs aus, teilen ihre Erfahrungen und ihre Einschätzungen, und investieren dann auch gemeinsam in ein Start-up. Meist kennen sie die Branche, können mit ihrem Netzwerk unterstützen und senken so ihr Risiko.

Der Swiss ICT Investor Club

Der Swiss ICT Investor Club (SICTIC) https://www.sictic.ch/swiss-angel-investor-handbook/ ist wohl der grösste solche Club. Seit 2010 organisiert SICTIC mit seinem ehrenamtlich tätigen Vorstand regelmässig Events, an welchen Start-ups auftreten und in Kontakt mit den Business Angels treten können. Für über 150 Start-ups wurde so eine Finanzierung vermittelt. Einmal pro Jahr ist SICTIC auch im Technopark Winterthur zu Gast (letztmals am 5. April). Etliche Winterthurer Start-ups sind inzwischen via SICTIC finanziert. Speziell interessant bei SICTIC: Oft ergänzt die Zürcher Kantonalbank die Business Angels als Investorin und erhöht so den Finanzierungsbetrag. Kürzlich hat SICTIC ein Handbuch für «Angel Investoren» herausgegeben, lesenswert nicht nur für angehende Investoren, sondern auch für Start-ups. Es steht zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Thomas Schumann

SICTIC-Präsident Thomas Dübendorfer stellt das «Angel Investor»-Handbuch vor.

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