Publiziert 01. Okt. 2021, 15:32

Peter Junker frei von der Leber

Aufbruch

Kolumne

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Peter Junker
Unternehmensberater und Dozent Fachhochschule

Peter Junker Unternehmensberater und Dozent Fachhochschule
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Als älterer Ur-Winterthurer bin ich eingeladen worden, das Erscheinen dieser Zeitung kolumnistisch zu betrachten. Spontan kommt mir dabei der Begriff Aufbruch in den Sinn. Aufbrüche gibt es seit Menschengedenken. Mehr noch, die Entwicklung der Menschheit ist eng mit Aufbrüchen verbunden, viele begleitet von Unruhen, Mord, Totschlag und Krieg: Plakative Beispiele dafür sind die französische Revolution, Napoleons Aufteilung Europas, die Weltwirtschaftskrise der 20er-Jahre, die vielen Kriege, insbesondere aber die zwei Weltkriege und der Kommunismus, einschliesslich der nachfolgende Zerfall der Sowjetunion und ihrer Vasallenstaaten.
Richten wir den Blick auf die Schweiz: 1948, als rings herum noch die Kriegswunden geleckt wurden, führte die Schweiz die AHV ein. Die Mindestrente betrug damals 40 Franken pro Monat. Die IV folgte später, 1960. Das waren wegweisende Aufbrüche. Ein nächster Aufbruch misslang 1970 James Schwarzenbach mit seiner Überfremdungsinitiative, die mit 54% (Männer-)Stimmen verworfen wurde. 1971 der überfällige Aufbruch pro eidgenössisches Frauenstimmrecht. Kurz zuvor, 1968, brach die Jugend auf, 1980 wiederholte sich ähnliches. Ab Mitte 80er-Jahre wehrte sich die Schweiz erfolgreich gegen Aids, als sie die Aids-Hilfe-Schweiz und kantonale Aids-Hilfen gründete und damit weltweites Ansehen erhielt. Corona, das neueste Aufbruch-Thema, kommentiere ich hier nicht. Leider wirkt diese Thematik wesentlich trennender als verbindend.
Aufbruch: Heute erscheint eine neue Zeitung. Es ist «nur» ein regionaler Aufbruch, der nicht Mord und Totschlag und totale Veränderung, aber immerhin Vielfalt bringen wird. Ich lade Sie, liebe Winterthurerinnen und Winterthurer, herzlich zum Lesen ein.