Publiziert 16. Jan. 2023, 19:11
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Wirtschaft Kanton Zürich – Quo vadis?

Der Standortwettbewerb unter den Kantonen verschärft sich laufend und es gilt komplexe Herausforderungen zu lösen. Parallel trübt sich die Konjunktur ein und fordert die Unternehmen an mehreren Fronten.

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red
Podiumsleiterin Romana Heuberger umrahmt von (v. l.) Michael Zeugin, Thomas Anwander, Peter Grünenfelder, Martin Hübscher und Raphael Tobler.

Podiumsleiterin Romana Heuberger umrahmt von (v. l.) Michael Zeugin, Thomas Anwander, Peter Grünenfelder, Martin Hübscher und Raphael Tobler.
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Die HAW unterstützt Kandidaten und Kandidatinnen, die einen Plan für die wirtschaftlichen Herausforderungen haben und sich für den Werkplatz und die Bevölkerung einsetzen. Im Rampenlicht standen bei einem Wahlpodium Regierungsratskandidat Peter Grünenfelder (FDP), sowie die Kantonsratskandidaten Michael Zeugin (GLP), Martin Hübscher (SVP), Raphael Tobler (FDP) und Thomas Anwander (Die Mitte), welche sich direkt ans Publikum wenden konnten.

Peter Grünenfelder: Zürich als «Kanton des Potenzials»

Zürich sieht gewaltigen Herausforderung entgegen, um weiterhin von einem hohen Wohlstand profitieren zu können. Der FDP-Regierungsratskandidat benennt zwei Themen, die ihm im Kanton grosse Sorge bereiten: Innovation und Neugründungen. Problematisch sind vor allem unattraktive Steuern und die hohe Regulierungsdichte. Er verspricht, sollte er in den Regierungsrat gewählt werden: Steuersenkung um 10 Prozent, Abbau der Regulierungen um 20 Prozent und ein Einstellungsstopp bei der kantonalen Verwaltung.

Thomas Anwander: Freiheit, Solidarität, Verantwortung

Anwander sieht vier grosse Herausforderungen. Die Sicherstellung einer bezahlbaren und zuverlässigen Energieversorgung, eine geringere Belastung der ZürcherInnen und Unternehmen durch Steuern und Regulierungen, die Förderung des Innovationsstandorts – hier schlägt er konkret die Schaffung eines Technologiefonds vor. Im Infrastrukturbereich drohe sich der Standortvorteil zu einem Standortproblem zu entwickeln.

Martin Hübscher: Echt, knackig, zackig

Für den Agraringenieur mit eigenem Hof braucht es grosse Anstrengungen, dass Zürich attraktiv bleibt. Insbesondere im Bildungswesen beobachtet er eine Entwicklung, die ihm mit Blick auf den Fachkräftemangel Sorge bereitet: Kunst- und Kulturstudien erfreuen sich immer grösserer Beliebtheit, während Ingenieure und Handwerker seltener werden. Auch den zunehmenden Eingriffen durch den Staat steht er kritisch gegenüber, denn der Staat müsse mehr Dienstleiter sein. Er plädierte auch für stabile Handelsbeziehungen.

Raphael Tobler: Ein Herz für Start-ups

Tobler liegen die Themen Start-ups und Innovation am Herzen – als Start-up-Gründer hat er bereits erfahren, wie hoch die Hürden und zahlreich die Vorschriften sind. Viele Regulationen im Bereich Steuern und Arbeitszeit berücksichtigen nicht die Bedürfnisse der Start-ups, was Tobler bei einer Wahl ändern möchte. Am Innovationsbereich stört ihn insbesondere, dass in der Schweiz nur ein Bruchteil des Betrages, der für Forschung ausgegeben wird, danach in die Kommerzialisierung fliesst.

Michael Zeugin: Reden ist Silber, Handeln ist Gold

Zeugin setzt seinen Schwerpunkt auf die Bau- und Wohnpolitik des Kantons. Für ihn ist klar, dass in Zukunft die Wohnkosten immer wichtiger werden für die gut 1,5 Millionen Zürcherinnen und Zürcher und ruft deshalb zur Reformierung des Wohnungsbaus auf. «Dieser Bereich ist so stark reguliert, dass viele Innovationen, die die Baukosten reduzieren würden, schon im Keim erstickt werden.» Die resultierenden hohen Preise führen dann zu Rufen nach staatlichen Interventionen, doch diese sind meist willkürlich gestaltet und lösen das Problem nicht.

Podiumsdiskussion

Im Nachgang der Kurzpräsentationen entwickelte sich eine spannende Diskussion auf dem Podium und mit den zahlreich erschienenen Gästen. Neben Innovation, Digitalisierung und Regulierungen kam das Thema Fachkräftemangel zur Sprache. Angeprangert wurde das Wachstum der Verwaltung und dass der Kanton Zürich mit seiner Lohnpolitik den Fachkräfte-/Beschäftigtenmangel für die Privatwirtschaft verschärft. Die Kandidaten legten bei Ihren Voten Wert darauf, praktische Beispiele zu machen, was die Umsetzung ihrer Pläne der Bevölkerung für einen Nutzen stiften wird.

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