Publiziert 20. Sep. 2022, 14:22
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Wenn im Tösstaler Brocki-Paradies mit einem krächzenden «Bonjour» begrüsst wird

Erfrischend anders als ein «normales» Brockenhaus: Sechs gutgelaunte Papageien sind nicht die einzigen Attraktionen im Brockenhaus Turbenthal.

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George Stutz
Nach einem Flug durch die ganze Halle, macht es sich Brockenhaus-Papagei Joe gemütlich.

Nach einem Flug durch die ganze Halle, macht es sich Brockenhaus-Papagei Joe gemütlich.
George Stutz

Es ist nicht etwa Personal des Tösstaler Zirkus Pipistrello, das mit einem Grau-Papagei im Velokörbchen einkaufen fährt, mit diesem als Gegenüber im Winterthurer «Tres Amigos» dinieren geht oder mit dem aufgeweckten Vogel auf der Schulter an der Töss Schwemmholz für Kreatives einsammelt. Es sind die Geschwister Dominique und Pascal Hasler, die in Turbenthal nicht nur eine Umzugs- und Reinigungsfirma leiten, sondern an der Tösstalstrasse 13 auch das Brockenhaus Turbenthal mit zugehörigen Räumungs-Dienstleistungen und 28 Lagerboxen. Denn, vor mehr als fünf Jahren sind sie von einem kleinen Brockenhaus in Kollbrunn in das heutige, rund 1000 Quadratmeter grosse Brockenhaus in Turbenthal umgezogen.

Drei Papageien übernommen

Mit der Eröffnung des Brockenhauses hatten die beiden Jungunternehmer auch gleich drei Papageien einquartiert und ihnen im Eingangsbereich eine schöne Ecke mit geräumigen Käfigen eingerichtet. Ein Graupapagei, der einst bei seinem früheren Besitzer misshandelt wurde und aufgrund lädierter Flügel nicht mehr fliegen konnte, musste zuerst alleine in der ehemaligen Produktionshalle der Spinnerei Boller Winkler umherspazieren. Zwar bekam wenn er viel zu sehen, wie etwa hochwertige Antiquitäten, gut erhaltene und teils durch das Brockenhaus-Team eigenhändig instand gestellte und aufgepeppte Möbel, und eine grosse Auswahl an Spielsachen. Dazu ehemalige Franz-Carl-Weber-Figuren, ausgewählte Schmuckstücke, Kisten voller Langspielplatten- und CD-Raritäten, fast neuwertige Computerspiele und unzählige weitere Trouvaillen, aber auch ausgewählte Neuware. Aber: Alleine auf Entdeckungstour zu gehen, war nicht so lustig. Daher erhielt dieser Papagei schon bald ein gefiedertes «Gspänli».

Brockenhaus-Besuch wird zum Erlebnis

Ähnliche Geschichten haben Dominique und Pascal Hasler in ihrem Erlebnis-Brockenhaus oder eben «Märliland» auch zu jenen Papageien zu erzählen, die später dazukamen. «Heute sind alle sechs Vögel fidel, scheinen sich wohlzufühlen, unterhalten uns und unsere Kundschaft und erfreuen so Gross und Klein», so Dominique Hasler.

Als hätten die Papageien zugehört, mimt einer auf dem Dach seines Käfigs einen hustenden Menschen und krächzt «Entschuldigung.» Plötzlich eilt Dominique Hasler, die gerade daran war, in der einladenden Verkaufsecke mit hauseigene Räuchermischungen und -stäbchen, neue Produkte auszustellen, in die grosse Brockenhaus-Halle.

28 Lagerboxen zum Mieten

Sie geht zu einem Teil der 28 Lagerboxen, die von Privaten für die Zwischenlagerung von Hausrat und dergleichen gemietet werden können. «Wenn wir leere Lagerboxen haben, richten wir diese als Verkaufsfläche ein. Aktuell haben wir unter anderem ein Hippie-, ein Kinder-, und ein Jäger-Zimmer», erklärt Dominique Hasler, während sie nach einem der Papageien sucht. «Hej Joe» ruft sie. Nach einem Kurzstreckenflug hatte es sich dieser gleich neben einem riesigen Deko-Bär gemütlich gemacht. «Er ist erst zwei Monate bei uns, lotet noch seine Grenzen aus und scheint – im Gegensatz zu seinen Artsgenossen – noch nicht ganz begriffen haben, wo genau er sich in der Halle aufhalten darf und wo nicht», lacht die Brockenhaus-Mitinhaberin.

Um neun Uhr treffen erste Kunden sowie ein befreundeter Brocki-Betreiber ein, gleichzeitig klingelt das Telefon. Für einen Räumungsauftrag wird kurzerhand ein Mitarbeiter aus dem Umzugs-Team aufgeboten, zudem wird einer der drei Brockenhaus-Lieferwagen reserviert.

Willkommene Winterthurer

«Das alles funktioniert nur, weil uns die ganze Familie und auch Freunde mit viel Herzblut unterstützen», betont Dominique Hasler, während in der Halle gelacht wird. Joe, wieder zurück in der Papageien-Ecke am Eingang, hatte soeben die Neuankömmlinge aus Winterthur unüberhörbar mit «Bonjour» begrüsst.

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