Publiziert 15. Juli 2022, 15:01
8400

Kunstausstellung

Zu einer Tasse Cappuccino auf Kunst-Safari gehen

Der Winterthurer Albi Kohler stellt im «Cappuccino» an der Obergasse erstmals seine Tierbilder aus.

G
George Stutz
Albi Kohler mit einem seiner zurzeit in der Caffè-Bar Cappuccino ausgestellten Werke.

Albi Kohler mit einem seiner zurzeit in der Caffè-Bar Cappuccino ausgestellten Werke.
George Stutz

Zwar hat Albi Kohler die meisten seiner bis Ende diesen Monats in der Caffè-Bar Cappuccino in der Obergasse ausgestellten Tierbilder während der Pandemie gemalt. Er sei als Künstler aus der Corona-Zeit hervorgegangen, lässt der 72-Jährige so aber nicht gelten: «Bereits vor rund zwölf Jahren kaufte ich mir Pinsel, Acrylfarbe und die erste Leinwand. In mir geschlummert hatte das Faible fürs Zeichnen und Malen jedoch schon viel länger. Bereits in der Schulzeit hatten mich die Fächer Zeichnen und Turnen begeistert, in diesen brachte ich auch wirklich gute Noten nach Hause.» Sport begleitete den ehemaligen Pfadi-Handballer damals auch weiterhin, fürs Zeichnen blieb neben dem Sportverein, seiner KV-Ausbildung und seiner späteren Tätigkeit als Wintergarten-Experte aber lange keine Zeit mehr. Bis dann eben 2010 seine Partnerin Andrea für sein erstes Acrylbild Modell stand und ihn die Malerei packte, wie er erzählt.

Ein prächtiger Leopard gab den Ausschlag

Ein Kollege und Reisebüroinhaber motivierte Kohler und seine Partnerin drei Jahre später zur ersten Afrikareise. Er lacht: «Als wir in Namibia zusammen mit einer Reisegruppe erstmals auf Safari gingen, entdeckte ich als erster einen selten zu sehenden Leoparden. Meine Mitreisenden waren ab meiner Entdeckung derart begeistert, dass ich seither in jenem Kreis den Spitznamen ‹Albi-Pardo› trage.»

Es blieb nicht bei einer Reise in den Süden Afrikas. Insgesamt fünfmal liessen sie sich seither immer wieder von der Tier-, Pflanzen- und Kulturwelt des afrikanischen Kontinentes begeistern. «Zeichnete ich früher vor allem Menschen, so malte ich fortan in unserer zum temporären Atelier umfunktionierten Stube vermehrt Tiere, dies aber vorerst alleine für mich», so Kohler. Immer wieder sei er aber von Freunden dazu ermuntert worden, seine Bilder einmal auszustellen. «Grundsätzlich erhielt ich vor einem Jahr die Zusage, meine Bilder in einem anderen Winterthurer Restaurant ausstellen zu können, aufgrund eines Führungswechsel passte dies dort aber offenbar nicht mehr ins Konzept. Gleichzeitig erhielt ich den Tipp, im ‹Cappuccino› vorzusprechen», erzählt Kohler.

Die allererste Vernissage

Dort ermöglichen Marisela und Kari Fatzer mehrheitlich unbekannten Künstlern, ihre Werke einen Monat lang gegen ein kleines Entgelt auszustellen und so den Gästen und Passanten zu zeigen. Am vorletzten Sonntag, 3. Juli, lud Albi Kohler zur kleinen, feinen Vernissage seiner Ausstellungs-Premiere. «Rund 30 Leute fanden sich ein, es war eine tolle Stimmung und viele bekundeten Interesse an meinen Tierbildern», freut er sich.

Ein Löwenbild trägt seither bereits einen roten Punkt. Albi Kohler meint abschliessend: «Ich würde mich natürlich freuen, bis Ende Juli noch weitere Werke verkaufen zu können oder auch Aufträge für individuelle Bilder von Lieblings- oder Haustieren entgegennehmen zu dürfen. Zeit dazu habe ich heute als Pensionär genügend.»