Publiziert 23. Sep. 2022, 12:34
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Würdigung der Stadt

Werner Ignaz Jans erhält Kulturpreis, Audrey Wagner den Förderpreis

Der Stadtrat verleiht den diesjährigen Kulturpreis der Stadt Winterthur an den Kunstschaffenden Werner Ignaz Jans. Für den Förderpreis hat sich Tänzerin und Choreografin Audrey Wagner durchgesetzt.

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red
Tänzerin Audrey Wagner (kleines Foto) erhält den diesjährigen Förderpreis der Stadt. Der Kulturpreis geht an Werner Ignaz Jans, der für seine Werke aus Holz bekannt ist (grosses Bild).

Tänzerin Audrey Wagner (kleines Foto) erhält den diesjährigen Förderpreis der Stadt. Der Kulturpreis geht an Werner Ignaz Jans, der für seine Werke aus Holz bekannt ist (grosses Bild).
Fotomontage: Lena Marie Rheinländer / zvg

Jährlich zeichnet der Winterthurer Stadtrat mit dem Kulturpreis Institutionen oder Personen aus, die sich im kulturellen Leben der Stadt Winterthur besonders verdient gemacht haben. Auch der Förderpreis wird jedes Jahr vergeben, allerdings wird dieser jeweils öffentlich ausgeschrieben. Teilnahmeberechtigt sind Personen bis zum vollendeten 35. Altersjahr, die seit mindestens drei Jahren ununterbrochen in der Stadt Winterthur wohnen oder durch ihre künstlerische Arbeit mit dem Kulturleben in der Stadt Winterthur in besonderer Beziehung stehen.

Wie das Departement Kulturelles und Dienste mitteilt, geht der Kulturpreis 2022 an den Winterthurer Kunstschaffenden Werner Ignaz Jans. «Der Stadtrat würdigt mit der Verleihung der Auszeichnung an Werner Ignaz Jans eine langjährig und vielseitig engagierte Künstlerpersönlichkeit, deren Schaffen die Winterthurer Kunstszene und den öffentlichen Raum der Stadt seit Jahrzehnten bereichert und prägt und deren Ausstrahlung weit über Winterthur hinausreicht», wird die Wahl begründet.

Kunststücke in der ganzen Stadt

Werner Ignaz Jans wurde 1941 in Winterthur geboren. Er lebt und arbeitet in Riet bei Neftenbach und im Piemont. Seine Ausbildung absolvierte Jans unter anderem an der Kunstgewerbeschule Zürich und an der Kunstakademie Düsseldorf. Seit 1965 ist er freischaffender Bildhauer. War zuerst Stein sein präferiertes Material, ist mittlerweile Holz zu seinem wichtigsten Werkstoff geworden. Trotzdem entstanden auch weiterhin Werke in Stein und Bronze sowie Zeichnungen und Holzschnitte.

Werke von Werner Ignaz Jans waren über die Jahre regelmässig an den Dezember-Ausstellungen im Kunst Museum Winterthur und an den Zürich-Land-Ausstellungen zu sehen. Darüber hinaus wurden seine Arbeiten an zahlreichen Ausstellungen in der Schweiz, in Österreich und Frankreich präsentiert.

In der Eulachstadt sind neben dem bekannten Holzriesen «Holidi», der nach 30 Jahren vom oberen Graben auf den Friedhof Rosenberg versetzt wurde, weitere Werke im öffentlichen Raum zu sehen, beispielsweise die Holzskulptur «Jda» im Schulhaus Altstadt. Die Stadt Winterthur hat zudem eine beachtliche Anzahl von Jans’ Werken für die städtische Kunstsammlung angekauft. Die Skulptur «Die Sitzende», welche jahrelang im Stadthaus Semper platziert war, ist heute beispielsweise im Superblock zu sehen.

10'000 Franken für eigene Recherchen und Projekte

Für den diesjährigen Förderpreis hatten sich gemäss medialem Schreiben siebzehn Kulturschaffende aus verschiedenen Kultursparten beworben. Durchgesetzt hat sich die Winterthurer Tänzerin und Choreografin Audrey Wagner. «Audrey Wagner ist eine vielseitige Künstlerin und Netzwerkerin mit grossem Potential. Der Förderpreis soll sie in ihren vielfältigen Engagements und insbesondere in ihrem Wunsch nach verstärkter Konzentration auf eigene Recherchen und Projekte unterstützen», schreibt die Stadt. Der Förderpreis solle sie in ihren vielfältigen Engagements und insbesondere in ihrem Wunsch nach verstärkter Konzentration auf eigene Recherchen und Projekte unterstützen.

Wagner schloss 2019 die Höhere Fachschule für Zeitgenössischen und Urbanen Bühnentanz in Zürich ab. Seither ist sie hauptberuflich als Tänzerin, Choreografin und Tanzlehrerin tätig. Als Mitgründerin des Merge Dance Collective choreografierte sie 2019 für das Kollektiv ihr erstes Kurzstück «Der widerwillige Walzer», das unter anderem an der KleinKunstRallye, an der Jungkunst und im Theater am Gleis gezeigt wurde. Seither hat sie weitere Tanzstücke kreiert und eine breite Palette von Projekten umgesetzt. 2021 kreierte Wagner ihr erstes Solo-Stück «Let Me Say That Again». Im Oktober 2022 feiert das zweite abendfüllende Tanzstück des Merge Dance Collective «beziehungsweise» im Theater am Gleis Premiere.

Neben ihrer Tätigkeit als Tänzerin und Choreografin unterrichtet Wagner im Tanzstudio aha! in Winterthur und engagiert sich unter anderem beim Verein tanzinwinterthur oder bei der Organisation des Tanzfest Winterthur für die Winterthurer Tanzszene. Seit 2022 ist sie Co-Leiterin des Tanzfestival Winterthur. Ausserdem hat sie im Rahmen von «Kunst im Depot» schon mehrmals den «Pop Up Dance Space» organisiert, einen offenen Raum für Kreationen von Tanz- und Kunstschaffenden.

Beide Preise, die mit 10'000 Franken dotiert sind, werden am 29. November im Gewerbemuseum Winterthur übergeben.

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