Publiziert 18. Jan. 2022, 16:25
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Afro-Pfingsten sind dieses Jahr nicht in der Altstadt

Teuchelweiherplatz wird zum Multikulti-Festivalareal

Vom 1. bis 5. Juni lockt neben Konzerten auch der Afro-Pfingsten-Markt auf das Areal um die Reithalle. Der temporäre Auszug aus der Winterthurer Altstadt hat mit Corona zu tun, wie die Sprecherin Angelina Schlegel im 84XO-Interview erklärt.

G
George Stutz
Nur die Altstadt-Kulisse fällt vorübergehend weg: Markt und Kleinkonzerte sollen dieses Jahr auch auf dem Teuchelweiherplatz für Stimmung und Begeisterung sorgen.

Nur die Altstadt-Kulisse fällt vorübergehend weg: Markt und Kleinkonzerte sollen dieses Jahr auch auf dem Teuchelweiherplatz für Stimmung und Begeisterung sorgen.
zvg

Nach einer coronabedingt gänzlichen Absage vor zwei Jahren und einer Teilabsage 2021 sollen die Afro-Pfingsten am ersten Juni-Wochenende in diesem Jahr wieder mit dem gewohnten, breiten Programm stattfinden. Aufgrund der aktuellen Lage wird neben den Konzerten neu auch der beliebte Markt die Besuchenden auf dem Teuchelweiherplatz und bei der Reithalle erwarten. Angelina Schlegel, Leiterin Kommunikation des Trägervereins Afro-Pfingsten, erklärt im Interview den neuen Festival-Standort.

Im Dezember fanden Martini- und Klausmarkt trotz Corona in den Altstadtgassen statt, weshalb belässt man für 2022 nicht zumindest den Markt in den Altstadtgassen?
Angelina Schlegel:
Das Afro-Pfingsten-Festival wird von den Behörden als Grossveranstaltung eingestuft und somit unterliegen alle Teile des Festivals – auch der Markt – den aktuell geltenden Vorschriften einer Grossveranstaltung. Deshalb ist es für uns leider nicht möglich, den Markt in der Altstadt durchzuführen, da das Gelände nicht kontrollierbar wäre.

Muss man sich das neue Afro-Pfingsten-Gelände ähnlich dem neuen Weihnachtsmarkt auf dem Teuchelweiher vorstellen, eingezäunt mit einem kontrollierbaren Ein-/Ausgang?
Genau. Momentan planen wir unter den aktuell geltenden Bedingungen, dies beinhaltet einen kontrollierbaren Eingangsbereich. Je nach Situation passen wir das Festivalkonzept jedoch den aktuellen Vorschriften an. Somit besteht die Möglichkeit, dass das Gelände im Frühsommer vielleicht nicht mehr eingezäunt werden muss.

Angelina Schlegel ist Kommunikationsverantwortliche der Afro-Pfingsten.

Angelina Schlegel ist Kommunikationsverantwortliche der Afro-Pfingsten.
zvg

«Wir haben die Chance,
dieses Jahr ein neues
Festivalkonzept auszu-
probieren»

Muss die Anzahl Stände aufgrund der Platzverhältnisse im Vergleich zum Altstadtmarkt reduziert werden? Und wie wird entschieden, wer einen Marktstand erhält?
Der Markt wird praktisch im gleichen Umfang stattfinden können. Die Standplätze werden nach den gleichen Kriterien wie in den vergangenen Jahren vergeben. Sprich: Marktfahrende, die seit vielen Jahren Teil der Afro-Pfingsten sind, werden bevorzugt. Zudem werden Stände priorisiert, die einen starken Bezug zur Afro-Culture aufweisen. Ziel ist es, den Besuchenden einen möglichst diversen Markt zu offerieren und schliesslich eine interkulturelle Begegnungszone zu kreieren.

Auf dem Teuchelweiher-Gelände dürfte es an den Markttagen eng werden. Ist denkbar, die Marktstände deshalb bis Pfingstsonntag oder -montag länger offen zu halten?
Nein. An hohen Feiertagen ist gesetzlich vorgegeben, dass kein Markt stattfinden darf. Jedoch können wir uns gut vorstellen, dass wir am Sonntag beispielsweise ein Familienprogramm anbieten werden. Dies ist aktuell noch ungewiss.

Sagen Sie sich als Veranstalterin «besser so, als auch dieses Jahr keine Afro-Pfingsten», oder sehen Sie durchaus auch neue Chancen und Möglichkeiten?
Auch wenn wir die Stimmung in der Altstadt vermissen werden, haben wir dieses Jahr die Chance, ein neues Festivalkonzept auszuprobieren. In den letzten Jahren haben die Hauptkonzerte ja bereits in der Reithalle – gleich neben dem Teuchelweiher – stattgefunden. Nun können wir das gesamte Festival kompakt an einem Ort durchführen, was neue Möglichkeiten mit sich bringt.

Die Afro-Pfingsten-Hauptkonzerte fanden bereits in den letzten Jahren in der Reithalle statt.

Die Afro-Pfingsten-Hauptkonzerte fanden bereits in den letzten Jahren in der Reithalle statt.
zvg

Könnten bei gutem Gelingen die Afro-Pfingsten auch künftig und ohne Pandemie-Einflüssen der Altstadt fernbleiben?
Das können wir uns nicht vorstellen. Die Winterthurer Altstadt bringt einen einzigartigen Charme mit sich, auf den wir in den nächsten Jahren auf keinen Fall verzichten möchten.

Zählt man die beiden letzten Afro-Pfingsten nicht, ist die kommende die 30. Austragung. Wird dieses Jubiläum gefeiert?
Nein, im Jahr 2022 wird kein Jubiläum gefeiert. Wir werden dann dafür 2030 ein umso grösseres 40-Jahr-Jubiläum feiern und hoffen, dass die Pandemie bis dahin endgültig überstanden ist.

Sie suchen noch Helfende und Marktstandbetreibende. Was sind die Anforderungen und wo kann man sich melden?
Klar. Ohne Freiwillige, die uns tatkräftig und mit viel Herzblut unterstützen, wäre das Afro-Pfingsten-Festival nicht denkbar. Wir sind um jede helfende Hand dankbar und es sollte für alle etwas dabei sein. Interessierte können gerne auf unserer Website unter «Mitmachen» vorbeischauen oder eine E-Mail schreiben an help@afro-pfingsten.ch. Marktfahrende können auf unserer Website die offiziellen Anmeldeformulare ausfüllen. Wir freuen uns über neue wie auch altbekannte Gesichter!

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