Publiziert 05. Juni 2022, 14:15
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Winterthurer Verein hat Crowdfunding lanciert

Steibi Kollektiv sammelt Geld für seine Albanifest-Party

Zuletzt schmiss das Steibi Kollektiv Partys an der Frackwoche Ende Mai. Nun folgt mit einem Zelt am Albanifest sein nächster Entwicklungsschritt. Mittels Crowdfunding will sich der vor einem Jahr gegründete Verein, der seinen Ursprung in einer Altstadt-WG hat, finanziell absichern.

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Michael Hotz
Strebt mit der Teilnahme am Albanifest nach Höherem: das Steibi Kollektiv um Jonas Wydler (2. v. l.).

Strebt mit der Teilnahme am Albanifest nach Höherem: das Steibi Kollektiv um Jonas Wydler (2. v. l.).
zvg

Wer in der Altstadt wohnt, ist nicht immer begeistert vom Albanifest. Darüber entstand eine Diskussion unter den fünf Bewohnenden der Wohngemeinschaft an der Steinberggasse 23. Ende 2019 eingezogen, machten sie sich Sorgen um den auf sie zukommenden Krach in der Altstadt. «Wir haben viel gehört über die Betrunkenen mitten in der Nacht, erlebt haben wir diese zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht», erzählt der damalige Bewohner Jonas Wydler. Wegen Corona kam es auch nicht dazu. Und weil der Freundeskreis alles in allem das Albanifest mit seiner langjährigen Tradition trotzdem mag, kam ihm eine konstruktive Idee: Warum nicht selber mitmachen?

Genau das tun die früheren «WG-Gspänli», die mittlerweile nicht mehr zusammenwohnen. Vier von ihnen, der bereits erwähnte Jonas Wydler, Dominic Kleiner, Yanik Togo und Lucas Bornhauser, haben zusammen mit der ehemaligen 84XO-Redaktorin Talina Steinmetz das Steibi Kollektiv gegründet. Als dieses nehmen sie nun am diesjährigen Albanifest teil. Dafür haben sie vergangenen Montag, 30. Mai, ein Crowdfunding auf der Plattform Lokalhelden.ch der Raiffeisen lanciert. Als Finanzierungsschwelle hat das Steibi Kollektiv 3000 Franken definiert. «Damit könnten wir die Standmiete und die verschiedenen ‹Goodies› finanzieren, welche die Spenderinnen und Spender als Dank erhalten», führt der 30-jährige Wydler aus. Mit 5000 Franken wäre sogar ein Grossteil sämtlicher Kosten gedeckt.

Spontane Partys als Auslöser

Die Teilnahme am Albanifest ist für das Steibi Kollektiv Neuland. Entstanden ist dieses, weil die Steibi-WG nach dem ersten Corona-Lockdown 2020 zum Treffpunkt für spontane Partys wurde. «In unserer Stube trafen wir uns mit Freundinnen und Freunden. Dort stand immer ein Mischpult, darum legte meistens jemand Musik auf», sagt Wydler. Diese Partys im kleinen Rahmen seien auf viel positives Echo gestossen.

Diesen Geist, ungezwungen zu Techno-Musik miteinander zu feiern und zu tanzen, wollte die WG nach aussen tragen. Also schlossen sich die Mitbewohner zum Steibi Kollektiv zusammen, das seit rund einem Jahr auch ein eingetragener Verein ist. «Wir möchten unsere Partykultur auch anderen zugänglich machen sowie Spass und gute Stimmung an unseren Events verbreiten. Unser Ziel ist, gemeinsame Erinnerungen zu schaffen. Menschen sollen einfach eine gute Zeit mit dem Steibi Kollektiv verbringen», führt Wydler aus.

Zelt an der Stadthausstrasse bei der ZKB

Seinen Startschuss als Organisator hatte das Steibi Kollektiv im Herbst 2020, als es im Green Club eine erste Party durchführen durfte. Der dann folgende zweite Lockdown bremste die Gruppe temporär aus, mittlerweile hat sie aber schon an drei Nächten im Albani aufgelegt und war an zwei Abenden mit ihren DJs an der diesjährigen Frackwoche mit dabei.

Das Steibi Kollektiv hat bereits einige Partys organisiert, auch schon solche mitten im Wald.

Das Steibi Kollektiv hat bereits einige Partys organisiert, auch schon solche mitten im Wald.
zvg

Am Albanifest will der Verein weitere Erfahrungen im Organisieren von Events sammeln und sich nun einer breiten Öffentlichkeit zeigen. Ihr Zelt wird er an der Stadthausstrasse auf Höhe der Zürcher Kantonalbank haben. Ein sehr guter Standort, den das Albanifest-Komitee dem Steibi Kollektiv zugeteilt hat. «Die Kommunikation mit dem OK ist super, dieses hat sehr offen auf unsere Anfrage reagiert», lobt Wydler. Als Mitglied der Gugge Eulachschränzer, die seit Jahren am Albanifest mitmacht, weiss er ungefähr, was für ein Aufwand auf das Steibi Kollektiv zukommt.

Knapp 1500 Franken gesammelt

Aus diesem Grund habe der Verein nun das Crowdfunding gestartet, so Wydler: «Die Spenden sind die Sicherheit, dass wir uns finanziell nicht übernehmen. Das Geld und allfällige Mehreinnahmen am Fest werden wir in künftige Events investieren.»

Knapp 1500 Franken sind bisher zusammengekommen. Noch bis zum Start des Albanifests Ende Juni läuft das Crowdfunding. Stellvertretend für den ganzen Verein hofft Wydler, dass fleissig weiter gespendet wird. Denn, so der Winterthurer: «Sollten wir uns verkalkulieren, wird das die Organisation weiterer Events massiv erschweren. Wir wollen aber weitermachen und Menschen an unseren Events zusammenbringen.»

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