Publiziert 04. Juni 2022, 09:00
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Kitoko singt an den Afro-Pfingsten

Eine Urban-Pop-Stimme, die sich nicht schubladisieren lässt

Sie steht für Power, «Self-Love», Kreativität und Melodien: Kitoko. Die junge Musikerin aus Ossingen weiss, was sie will. Sich einzuordnen auf keinen Fall. Am Montag singt die Pop-Newcomerin mit afrikanischen Wurzeln im Rahmen der Afro-Pfingsten im «Albani».

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Ramona Kobe
Die junge Sängerin Kitoko steht für Power, Selbstliebe und Kreativität. Mit ihrer Musik möchte sie bei den Zuhörerinnen und Zuhörern etwas auslösen.

Die junge Sängerin Kitoko steht für Power, Selbstliebe und Kreativität. Mit ihrer Musik möchte sie bei den Zuhörerinnen und Zuhörern etwas auslösen.
Gianna Binelli

Von Old-School-Rap über Pop bis hin zu klassischen Tönen ist jede Musikrichtung auf ihrer Spotify-Playlist vertreten. Eine passende Kategorie, um ihre eigene Musik einzuordnen, ist allerdings nicht dabei. Und das ist auch gut so, wie Kitoko sagt. «Ich will mich nicht schubladisieren lassen, sondern das machen, was ich gerade fühle.» Urban Pop «mit chli Spice» beschreibt die Sängerin mit afrikanischen Wurzeln ihren Stil. «Nur wenn ich mich nicht festlege, kann ich als Künstlerin wachsen und authentisch sein.»

Kitoko steht am Montagabend, 6. Juni, im Rahmen der Afro-Pfingsten auf der Bühne. Als Voract von FlexFab & Ziller Bas möchte sie im Albani Club Winterthur mit Emotionen und Rhythmus Freude verbreiten und die Leute zum Tanzen bringen. Zehn Songs wird sie in 40 Minuten Auftritt singen. Bereits erschienen sind davon gerade Mal fünf. Den Anfang machte die Single «Melody» im Frühling letzten Jahres. Diese veröffentlichte sie über das «NextUp»-Projekt – eine Plattform von «Lyrcis», um Newcomer zu unterstützen. «Das war eine ziemlich spontane Sache», erinnert sich die heute 21-Jährige. «Der Song ist innerhalb von zwei Tagen entstanden.»

Mit Musik Geschehens verarbeiten

Mit ihren Produzenten Lav Beatz und Deejay Mkey hat sie seither vier weitere Singles herausgebracht, zu «Crazy» und «All In» sogar ein Musikvideo gedreht. Im Studio steht das Trio aber schon länger gemeinsam; vor drei Jahren lernten sie sich kennen. «Ich musste mich als Künstlerin zuerst selbst finden», nennt Kitoko den Grund für das lange Zuwarten bis zum ersten Release. Sie wollte Antworten finden auf die Fragen, welche Message sie nach aussen tragen möchte und wie sie es schaffen kann, etwas bei ihrem Publikum auszulösen.

Und auch bei ihrem Künstlernamen experimentierte Jenny Gasser, wie sie mit richtigem Namen heisst. Fündig wurde sie letztendlich bei ihren Wurzeln im Kongo. «Ich fragte meinen Vater, mit welchem Wort in unserer Landessprache Lingala er mich beschreiben würde», erzählt die junge Musikerin. Seine Antwort, Kitoko, zu Deutsch das Schöne, habe sie sofort überzeugt. «Aber nicht wegen meines Aussehens», sagt sie lachend. «Ich brauche die Musik, um Geschehenes zu verarbeiten. Sie ist das Schöne in meinem Leben, meine grosse Leidenschaft.»

Erster Auftritt in der «Hometown»

Diese möchte sie eines Tages zum Beruf machen. Noch reicht das Geld, das sie mit Radio-Airplays und Live-Auftritten verdient, nicht, um von der Musik leben zu können. «Ich investiere mehr in die Musik, als dabei herauskommt», sagt Kitoko, die in Ossingen aufgewachsen ist. Bei einem Label unter Vertrag stehen, möchte sie momentan bewusst noch nicht. «Ich will kein Produkt werden, mit dem Geld verdient werden kann.»

Umso mehr freut sie sich deshalb, wenn sie als eigenständige Künstlerin Konzert-Anfragen bekommt. Jene vom «Albani» sei ganz besonders gewesen. «Ein Auftritt in meiner ‹Hometown› und gleichzeitig an den Afro-Pfingsten bedeutet mir viel», sagt Kitoko. Seit sie denken könne, besuche sie das Festival in Winterthur mit ihrer Familie jedes Jahr. «Jetzt darf ich selbst ein Teil davon sein. Das ist eine grosse Ehre und macht mich unglaublich stolz.»

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