Publiziert 25. Okt. 2022, 15:22
8400

16. Jungkunst Winterthur

Ein Festival, das die junge Kunst hervorhebt

Ab Donnerstag zeigen 25 junge Kunstschaffende ihre Werke in der Halle 53. Erstmals bietet die Jungkunst auch ein Programm für die Kleinsten.

R
Ramona Kobe

In zwei Tagen geht’s los: Die Jungkunst startet diesen Donnerstag, 27. Oktober, in die 16. Runde. Erneut findet das Festival auf dem Sulzer-Areal in der Halle 53 statt, deren Tore bereits ein erstes Mal geöffnet wurden. Am gestrigen Pre-Opening gewährten die Veranstalter Gönnern, Sponsoren und Medienschaffenden einen Blick auf die Arbeiten von 25 Kunstschaffenden aus der ganzen Schweiz. Aus Winterthur ist niemand dabei. Das sei Zufall, wie die Kuratorin Andrina Keller erzählt. «Woher die Künstlerinnen und Künstler kommen, ist zweitrangig.» Wichtiger sei eine möglichst breite Palette, um zu zeigen, was die junge, nationale Kunstszene alles zu bieten habe. «Wir wollen den Besuchenden Einblick in möglichst viele unterschiedliche Bereiche ermöglichen», fährt Keller fort, die 2017 selbst ihre Werke am hiesigen Festival ausstellte.

Sind die Künstlerinnen und Künstler einmal ausgewählt, gilt es für das Kuratoren-Team, die Kunst ins richtige Licht zu rücken. Die Möglichkeiten dafür seien in der Halle 53 fast grenzenlos – einer der Pluspunkte, findet Keller. Der Industriebau bringe aber auch Herausforderungen mit sich, die Grösse beispielsweise. «Zudem ist die Luftfeuchtigkeit hoch, es gibt Temperaturschwankungen und hin und wieder fliegen Tauben durch die Halle.»

«Wollen niemanden ausgrenzen»

Schönheitsstandards, Immigration, Femizide, der Umgang mit sozialen Medien, territoriale Grenzen oder die Verschiebung von Realitäten: Bei vielen Kunstschaffenden spiegelt sich eine diverse und kritische Reflexion aktueller gesellschaftlicher Strukturen in ihren Werken wider. Auch die Frage nach Zugehörigkeit ist ein Thema, und es wird exemplarisch aufgezeigt, wie der hiesige Kunstbetrieb funktioniert.

Erstmals bietet die Jungkunst dieses Jahr ein kostenloses Kinderprogramm an: eine öffentliche, einstündige Tour für fünf- bis zwölf-Jährige mit der Kunstvermittlerin Elisa Bruder. «In den vergangenen Jahren war die Nachfrage nach Angeboten für Kinder jeweils gross», erzählt Andrina Keller. «Wir wollen bei uns niemanden ausgrenzen, auch Kinder nicht.» Man habe in der Vergangenheit bereits verschiedene Formate ausprobiert, damit auch Kinder mit der Kunst in Berührung kommen könnten, allerdings sei man mit dem Ergebnis bislang nicht zufrieden gewesen. Auf die Frage, ob fünf nicht etwas gar jung sei, schüttelt die Kuratorin den Kopf. «Niemand ist zu jung. Wir hoffen, dass die Älteren die Jüngeren an der Hand nehmen werden.» Ausserdem sei das Programm aktiv mit viel Bewegung gestaltet. «Während Erwachsene die Ausstellung eher reflektieren, werden die Kinder wohl einen spielerischen Zugang suchen.»

Begegnungsort für Gross und Klein

Auch dieses Jahr soll die Jungkunst wieder Sprungbrett für junge Kunstschaffende und gleichzeitig ein ausgelassener Begegnungsort sein. So werden zwischen Fotografien, Malerei, Installationen mit und ohne Video oder Performances – die Palette der Medien, die es in der Ausstellung zu bestaunen gibt, ist gross – sowie auf und neben der Bühne einiges los sein. Am Donnerstag etwa tritt die erst 16-jährige Lou Kaena auf, die im Moment durch die Newcomer-Decke des Schweiz-Rap geht, und zwischen den Kunstwerken tanzen in diesem Jahr die DOXS-Tanzkompanie sowie das Merge Dance Collective aus Winterthur.

Das könnte Sie auch interessieren