Publiziert 19. Mai 2022, 12:42
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Fazit des Corona-Folgeberichts

Die Kulturstadt Winterthur ist zusammengerückt

Eineinhalb Jahre nach dem ersten Corona-Lagebericht fasst ein Folgebericht die Entwicklungen in der Kulturstadt Winterthur seit Beginn der Pandemie zusammen. Das Fazit: Sie wurde hart getroffen, aber es gibt sie noch. Und: Sie ist zusammengerückt – untereinander, mit dem Publikum, aber auch mit der Stadt.

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red
Gemäss Corona-Folgebericht hat die Pandemie die Kulturstadt Winterthur hart getroffen. Der Zusammenarbeit wird eine neue Qualität bescheinigt.

Gemäss Corona-Folgebericht hat die Pandemie die Kulturstadt Winterthur hart getroffen. Der Zusammenarbeit wird eine neue Qualität bescheinigt.
Talina Steinmetz

Seit März 2020 verschafft sich die Stadt Winterthur mittels Monitoring einen Überblick über die Situation der Kulturstadt in der Krise und fasst diese in Corona-Lageberichten zusammen. Während der erste Corona-Lagebericht vom Dezember 2020 primär die Erfahrungen der Kulturakteurinnen und -akteure in der Stadt Winterthur seit Ausbruch der Pandemie widerspiegelte, macht der zweite Lagebericht sichtbar, wie es der Winterthurer Kultur heute nach über zwei Jahren Pandemie geht. Die wichtigsten Erkenntnisse teilte die Stadt Winterthur nun in einer Medienmitteilung mit. Gemäss dieser wurde die Kulturstadt von der Pandemie hart getroffen. Sie sei in der Krise aber näher zusammengerückt und in einer herausfordernden Zeit für die Winterthurer Bevölkerung dagewesen – unter freiem Himmel, in digitalen Räumen und mit angepassten Projekten.

Gefährdung der Kulturstadt hat abgenommen

Insgesamt wertete der Bereich Kultur im Rahmen von vier Befragungen seit Pandemieausbruch 178 schriftliche Fragebögen und rund 70 Telefonate aus. Während die drei ersten Befragungen vor allem als Planungsinstrument für die Stadt dienten, fokussierte das vierte Monitoring vom Februar 2022 auf die Auswirkungen, welche die Pandemie auf das kulturelle Leben in Winterthur hatte, hat und haben wird. «Diese sind mannigfach und langanhaltend», heisst es seitens Stadt. Die Branche sei heute noch weit weg von einer Normalisierung. Trotzdem würden die Institutionen und Kulturschaffenden die Gefährdung der Kulturstadt in ihrer Vielfalt gegenüber Herbst 2020 als tiefer einschätzen. Als möglichen Grund dafür nennt die Stadt den frühen Entscheid über die Fortzahlung der städtischen Subventions- und Projektbeiträge sowie die Griffigkeit der gesamtwirtschaftlichen und kulturspezifischen Unterstützungsmassnahmen von Bund, Kanton Zürich und Stadt Winterthur.

Die Krise ist noch nicht vorbei

Daneben bescheinigt der zweite Bericht der Zusammenarbeit sowohl innerhalb der Winterthurer Kulturbranche als auch der Kultur mit der öffentlichen Hand eine neue Qualität. «Noch nie war die Bereitschaft, Wissen und Erfahrungen auszutauschen, sich gegenseitig auf dem Laufenden zu halten, den Kontakt zu suchen und sich hinter die Kulissen blicken zu lassen, so gross wie während dieser Krise», lautet das Fazit aus dem Folgebericht. Diesen offenen Austausch will die Stadt nun weiterpflegen. Für sie ist klar: «Die Krise ist noch nicht vorbei, ihre Auswirkungen werden noch lange spürbar sein.»

Neben den inhaltlichen Unsicherheiten blieben auch grosse wirtschaftliche Fragen offen: Kommt das Publikum zurück? Und kann in diesem Zusammenhang das vorpandemische Niveau der Eigenwirtschaftlichkeit aus Ticket-, Gastronomie- und Sponsoringeinnahmen in nützlicher Frist wieder erreicht werden? Letzteres werde die Kultur gerade im Zusammenhang mit der Beendigung der öffentlichen Finanzhilfen noch einmal vor eine grosse Herausforderung stellen.

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