Publiziert 30. Juli 2022, 08:45
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Am 10. August starten die 47. Winterthurer Musikfestwochen

«Chrampfen» für ein Butterbrot

Am Kirchplatz bauen zurzeit viele freiwillige Helfende für einen symbolischen Lohn an der MFW-Infrastruktur.

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George Stutz
Rund um die Stadtkirche wird zurzeit emsig gebaut.

Rund um die Stadtkirche wird zurzeit emsig gebaut.
George Stutz

Die einen nehmen kurz nach 9 Uhr einen letzten Schluck aus ihrer Kaffeetasse, andere wie Marcel Gschwind sitzen bereits am Steuer eines Staplers - rund um die Stadtkirche wird eifrig an der Infrastruktur für die übernächste Woche startenden Winterthurer Musikfestwochen gebaut. Er sei das erste Mal dabei, sagt Marcel Gschwind: «Seit Februar ist mein Sohn Thomi hier für den Aufbau zuständig. Da ich über einen Stapler-Ausweis verfüge und ich für gute Sachen gerne Freiwilligendienst leiste, habe ich mich zur Verfügung gestellt.» Zusammen mit dem ebenfalls pensionierten André Rütsche zählen die beiden Senioren zu den älteren Semestern des Bautrupps. «Es macht grosse Freude, zu sehen, wie sich vor allem viele junge Leute freiwillig und buchstäblich für ein Butterbrot engagieren und alle an einem Strang ziehen», zeigt sich auch Thomi Gschwind begeistert.

Die aktuell etwa 25 bis 30 Bauarbeiter zählen zu den 900 Freiwilligen, die im Bau, in der Gastronomie, an den Kassen, der Betreuung der Musiker, der Reinigung und in einigen Sparten mehr, die Musikfestwochen erst möglich machen. Ihr einziger Lohn ist ein Kaffee mit Sandwich am Morgen, Mittagessen und Trinken vor Ort, ein T-Shirt und je nach Arbeitsstunden ein cooles Goodie. Ab fünf Stunden winkt eine Teilnahme am später stattfindenden Helferfest, für 10 Stunden Einsatz gibts beispielweise eine Einladung an einen FCW-Match, ab 20 Stunden warten Konzerteintritte. Wer 100 Stunden und mehr arbeitet, erhält den Status «Held» und darf sich auf eine Überraschung freuen.

Winterthurer Baumstämme werden verbaut

Nachhaltigkeit und Sicherheit stehen dieses Jahr während sämtlichen zwölf Konzerttagen (10. bis 21. August), explizit aber auch im Auf- und Abbau im Fokus, wie Thomi Gschwind versichert: «Obwohl die meisten Helfenden dort eingesetzt werden, wo sie am ehesten von ihrem beruflichen Hintergrund zehren können, haben wir die Sicherheitsbestimmung verschärft. Dies geht beispielsweise vom Schuhwerk, über das Helmtragen in Gefahrenbereichen bis zum Hantieren mit Maschinen. Wir wollen so auf jeden Fall Unfälle vermeiden.» Die nachhaltigen Bemühungen unterstreichen etwa die riesigen Baumstämme aus Winterthurer Wäldern, die von Zimmermännern und Freiwilligen auf dem Kirchplatz zur Veranda des Schlemmerbereichs zusammengebaut werden.

Wochenmarkt weicht dem Hauptbühnenbau

Am kommendem Montag gehen zudem die Bauarbeiten für den Hauptbühnenbereich auf der Steinberggasse los, wie David Egg, Co-Geschäftsleiter der Musikfestwochen, verrät: «Am 1. August müssen wir uns mit lärmenden Arbeiten noch zurückhalten, am Dienstag gehts dann richtig zur Sache, sodass am kommenden Samstag die Bühne aufgebaut werden kann.»

Aus diesem Grund zieht der Winterthurer Wochenmarkt bereits ab kommendem Dienstag bis nach dem Ende der 47. Musikfestwochen von der «Steibi» auf den Neumarkt um.